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Buchtipp: Hypnobirthing – wofür ist das denn gut?

Hypnobirthing

Welche Schwangere wünscht sich das nicht: Zuversicht statt Angst vor der Geburt, Vertrauen in den eigenen Körper anstelle des Gefühls, das alles nicht schaffen zu können. Eine große Hilfe bei einer positiven Geburtsvorbereitung bietet Hypnobirthing – ein Buchtipp von Anna Sophie Pietsch.

Bücher lesen zur Vorbereitung auf die Geburt – irgendwie fand ich das immer Quatsch. Ich wollte auch keine Geburtsberichte von Freundinnen (oder noch schlimmer: von fremden Frauen) hören. Ich wollte mir keine Angst machen lassen, sondern positiv und optimistisch in meine erste Geburt gehen. Es sollte ja meine eigene, individuelle Geburt werden. Ich hatte meine Hebamme an meiner Seite und wusste so viel: Jede Geburt ist anders. Mehr brauchte und wollte ich nicht.

Durch Zufall stieß ich aber dann auf Hypnobirthing von Marie F. Mongan. Und auf dem Klappentext stand folgender Satz:

„Die tief in unserer Kultur verankerte Angst der Frauen vor der Geburt bewirkt im Körper drei entscheidende Reaktionen – die Muskeln verkrampfen sich, die Durchblutung reduziert sich und bestimmte Stress-Hormone werden ausgeschüttet.“

Da stand ja genau das, was ich mir ohne großes Vorwissen bereits gedacht hatte. Dieser kleine Klappentext fasste zusammen, warum ich mir im Vorfeld meiner Geburt keine Angst machen lassen wollte: Ich hatte schon vermutet, dass sich eine negative Einstellung auch negativ auf die Geburt meines Kindes auswirken könnte.

Die Grundidee des Buches könnte man daher vielleicht auf diese Aussage herunterbrechen: Anstatt sich nur keine negativen Gedanken zu machen, könnte es vermutlich noch eine viel bessere Methode sein, sich positive Gedanken zu machen.

Hypnobirthing: Die Geburt positiv beeinflussen

Für „positive Gedanken“ bietet Hypnobirthing viele verschiedene Hypnobirthing BuchAnsätze und auch konkrete Anleitungen. Autorin Marie F. Mongan weiß, wovon sie schreibt, denn sie wandte ihre Methode der angstfreien Geburt nach einigen negativen und sehr fremdbestimmten Geburten selbst an – und half danach vielen weiteren Frauen zu einer selbstbestimmten und möglichst schmerzarmen Geburt.

Mittels konkreter Entspannungs- und Hypnosetechniken können Frauen sich dank des Buches auf die Geburt vorbereiten. Auch Tipps wie Damm-Massage oder Hinweise zur nährstoffreichen Ernährung sind nützlich und helfen dabei, sich selbstbestimmt und wirkmächtig zu fühlen und mit weniger Angst vor dem Kontrollverlust in die Geburt zu gehen. Ob frau das alles während der Geburt dann wirklich anwenden kann oder will, ist eine andere Frage.

Den Kontrollverlust bewusst zulassen

In Hebammenkreisen gibt es tatsächlich bereits negative Meinungen über jene Frauen, die „auf Teufel komm raus“ eine Hypnosegeburt anstreben und darüber jeden Bezug zur Realität verlieren. Denn Geburten verlaufen leider nicht immer so, wie wir es planen. Und nicht alle Frauen sind für eine Hypnosegeburt gemacht. Das „unbedingt wollen“ steht dann auch dem Grundgedanken des Hypnobirthing entgegen: Denn der Kern der Idee ist doch, loszulassen und den Kontrollverlust ganz bewusst zuzulassen.

Bilder, wie das im Buch beschriebene Bild der sich-öffnenden Blüte, die den Muttermund symbolisiert, drücken aus, dass wir unseren Körper nur machen lassen müssen – und er wird es gut machen! Ein Kapitel des Buches trägt den Titel: „Wie der Körper mit Ihnen und für Sie arbeitet“, und diese Aussage ist für mich eine der wichtigsten des ganzen Buches. Das Kapitel beschreibt die biologischen Hintergründe und zeigt auf, dass wir selbst eigentlich nur den natürlichen Vorgängen unseres Körpers Raum und Zeit lassen müssen, damit die Geburt natürlich geschehen kann.

Vertrauen und Zuversicht

Wer ein Talent für Entspannungsübungen und Selbsthypnose hat, kann mit Hypnobirthing bestimmt eine richtig schmerzarme Geburt erleben. Ich habe das nicht, aber finde das gar nicht schlimm. Durch das Buch war ich auf den Kontrollverlust während der Geburt vorbereitet und mit meinen Hebammen an meiner Seite hatte ich keinen Grund für Ängste und Sorgen. Ich hatte Vertrauen in meinen Körper und zweifelte zu (fast) keinem Zeitpunkt daran, dass ich das schaffen würde. Diese Zuversicht ist vielleicht das allerwichtigste bei einer Geburt. Und Marie F. Mongans Buch hilft dabei, eine solche Zuversicht zu entwickeln.

Das Buch ist übrigens angenehm geschrieben – ganz ohne in esoterische oder pathetische Formulierungen abzudriften, wie das sonst schon mal bei Geburtsliteratur vorkommt. Ich bin froh, dieses Buch gefunden zu haben und kann es jeder werdenden Mutter nur empfehlen.

Über die Autorin

Auf www.kinderhaben.de schreibt Anna Sophie Pietsch, freiberufliche Journalistin und Online-Redakteurin, über ihr Leben mit Kind (*2013), Beruf und den alltäglichen Vereinbarkeitswahnsinn. Für das Thema selbstbestimmte Geburt engagiert sie sich ehrenamtlich in der Elterninitiative Mother Hood e.V..

Anstatt sich nur keine negativen Gedanken zu machen, könnte es vermutlich noch eine viel bessere Methode sein, sich positive Gedanken zu machen.

Anna Sophie Pietsch
Anna Sophie Pietsch

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