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„Babys lügen nicht“: Wie umsorgen wir unsere Kinder artgerecht?

artgerecht

Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Doch was genau ist eigentlich aus biologischer Sicht das Beste, was ist „artgerecht“ für unsere Babys? Aus zehn Jahren Recherche und Erfahrung als Elternberaterin geht Nicola Schmidt in ihrem neuen Buch genau dieser Frage nach.

Nach der einen Sache gefragt, die sie jeder Mutter gerne mit auf den Weg geben würde, antwortet Nicola Schmidt: „Babys lügen nicht.“

Soll heißen: Babys kennen ihre Bedürfnisse genau und teilen uns diese auch mit – wir müssen nur aufmerksam sein. Das klingt einfach, doch im Alltag mit Baby sieht die Sache für viele Eltern anders aus. Da herrscht Unsicherheit, vieles ist neu und ungewohnt, die Bedürfnis-Kommunikation des Nachwuchses klingt irgendwie immer gleich: Schreien halt.

Deshalb trifft es sich gut, dass Nicola uns doch mehr als nur den einen Satz mit auf den Weg gibt: Sie hat ein ganzes Buch geschrieben: artgerecht – Das andere Baby-Buch.

artgerecht Buch

Was genau steht drin in den einzelnen Kapiteln?

  1. Was heißt eigentlich „artgerecht“ und wie kann man Babys, die noch die Bedürfnisse aus dem Steinzeitalter in sich tragen, im Internetzeitalter optimal versorgen?
  2. Wie sieht eine artgerechte Schwangerschaft aus – einfach und ohne Stress?
  3. Wie findet man seinen perfekten Geburtsort und was sollte man über den Start ins neue Leben wissen?
  4. Welche Strategien gibt es für eine entspannte Stillzeit?
  5. Wie sehen „artgerechte Nächte“ aus und warum schlafen Babys anders?
  6. Warum ist das Tragen für Babys wichtig und was sollte man beachten?
  7. Warum funktioniert „Windelfrei“ ganz natürlich und wie lässt es sich im Alltag umsetzen?
  8. Welche Faktoren sind wichtig, damit die Betreuung eines Kindes zum Gewinn wird?
  9. Was braucht die Familie für ein artgerechtes Leben als starke Gemeinschaft?

Bekannte Themen also, die schon in vielen Ratgebern behandelt wurden. Auch der Fokus der Bedürfnisorientierung, das Plädoyer für Stillen, Tragen und Windelfrei liegt im Trend. Und doch ist dieses Buch tatsächlich anders, ganz wie es der Titel verspricht.

Anders auf eine ganz wunderbare Art und Weise. Nicola wählt einen sehr passenden und sensiblen Ton, um jungen Eltern Mut zu geben, sich auf die biologischen Bedürfnisse ihres Babys zu verlassen. Deshalb lege ich dieses Buch allen Eltern und ganz besonders werdenden Eltern ans Herz.

Warum sich dieses Buch lohnt

  • Die einzelnen Abschnitte werden fundiert und nachvollziehbar eingeleitet – gefolgt von praktischen Tipps und konkreten Beispielen für den Alltag.
  • Das Buch bietet immer wieder neue Blickwinkel auf altbekannte Themen: Wo viele Experten, Ratgeber und Artikel in den üblichen Online-Magazinen fragen „Wie schläft mein Kind endlich im eigenen Bett?“ fragt man sich jetzt „Warum muss mein Kind eigentlich ins eigene Bett?“
  • Die Autorin schöpft aus einem großen Wissens- und Erfahrungsschatz – man fühlt sich ein bisschen wie an die Hand genommen beim Lesen.
  • Das Buch ist sehr gut strukturiert, farblich gestaltet und mit schönen Illustrationen versehen.
  • Unter dem Motto „Was ich gern früher gewusst hätte“ gibt es an vielen Stellen schöne und anschauliche O-Töne von Eltern, die die Autorin gesammelt hat.
  • In Form von Wort- bzw. Satz-Wolken wird mit typischen Ammenmärchen passend zum jeweiligen Kapitel aufgeräumt.

Gibt’s auch was zu meckern?

Nicht wirklich. Ein bisschen schwierig wirkt auf mich der Spagat zwischen der Haltung „Es gibt eindeutig und nachweisbar Dinge, die unsere Kinder gesund und glücklich machen“ und den Hinweisen, dass es für vieles keine Patentrezepte gibt und Kinder eben anders und individuell sind.

Auf der anderen Seite schätze ich aber genau diese undogmatische Sichtweise von Nicola. Sie vertritt eine klare Position und ist sehr überzeugt von bestimmten Aspekten/Methoden im Umgang mit Babys – gleichzeitig lässt sie den Eltern den Raum, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und das Familienleben mit Gelassenheit zu gestalten.

Hin und her gerissen bin ich auch bei der Rolle der Väter in diesem Buch. In jedem Abschnitt gibt es ein eigenes Unterkapitel zur Papa-Rolle – und das finde ich erst mal prima. Andererseits bekomme ich dadurch als Vater einmal mehr das Gefühl, eine Statistenrolle oder zumindest die eines Nebendarstellers beim Umgang mit dem Baby zu spielen – und das finde ich in der heutigen Zeit unangemessen.

Fazit: Klare Leseempfehlung!

Oben schon geschrieben, gern noch mal wiederholt: artgerecht – Das andere Baby-Buch ist ein echter Lesetipp für Eltern und werdende Eltern. Wer die natürlichen Bedürfnisse seines Kindes verstehen und in der Versorgung beachten möchte, bekommt hier einen tollen Ratgeber und Mutmacher an die Hand.

Über den Autor

Dr. Alexander Plitsch ist Co-Gründer von mamour. Im Job ist er gern gut vorbereitet – vor der Geburt seiner ersten Tochter war es genauso. Gelesen hat er während der Schwangerschaft mindestens so viel wie seine Frau. Er findet, Eltern sollten sich nicht verrückt machen bei den Themen rund um Babys und Kinder – ein paar gute Bücher sind dabei auf jeden Fall gute Begleiter.

Liebe Eltern, bleibt entspannt: Am Ende findet doch jeder seinen ganz eigenen Weg, seine Kinder zu verziehen 😉

Dr. Alexander Plitsch
Alexander Plitsch

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